21.4.2018 #diskursiv - Scheitern eine Annäherung

Wir laden am 21. April 2018 zum „Scheitern“ in Künstlerhaus Büchsenhausen ein. In Form von Vortrag, Lesung, Performance, Diskussion, Philosophischen Café und Konzert - werden wir uns aus unterschiedlichen Perspektiven dem Thema Scheitern annähern.

Die Struktur des "Scheiterns" ist unter der Oberfläche des postmodernen Lebens stets präsent. Scheitern ist sowohl gesellschaftlich generiert als auch eine zu tiefst menschliche Angelegenheit. Der gegenwärtige neoliberale Zeitgeist bestimmt mit, wie wir über das Scheitern denken. Selbst das "Fehler machen" unterliegt dem Diktat der Optimierung. Unser Sein wird davon beeinflusst und der Alltag strukturiert. Daher werden wir an dieser Oberfläche kratzen und Blicke darunter werfen.
Unsere Gäste behandeln die Thematik des Scheiterns aus philosophischer, künstlerischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive.

Wir laden an diesem Tag zur gemeinsamen Reflektion ein mit:

Guillaume Paoli ist Berlinfranzose, Philosoph und Essayist. Mitbegründer der "Glücklichen Arbeitslosen", eingetragener Demotivationstrainer, ehem. Hausphilosoph am Schauspiel Leipzig. Bearbeitet die Thematik mit Rückbezügen auf sein neuestes Werk "Die lange Nacht der Metamorphose" (Matthes & Seitz 2017):
"Scheitern kann nur, wer das dominante Bild des Erfolgs anerkennt. Jeder Wettbewerber ist mangelhaft. Kompetenzen und Leistungen wird er nie genug erbringen können. Es herrscht Selbstoptimierungspflicht. Die unipolare Ordnung kennt keine sozialen Gegensätze mehr, nur noch Winner und Loser. Wie ist es aber mit den vielen Menschen, die auf Erfolg freiwillig verzichten und fernab vom Rampenlicht leben? Ihnen fehlt nicht die Ambition, sondern die Resignation. Nicht die Durchsetzungsfähigkeit, sondern die Selbstverleugnung. Kurzum: Die Niederlage ist besser als die Stimmung."
http://guillaumepaoli.de/

Guillaume Paoli (Foto: Renate Kossmann)
Guillaume Paoli (Foto: Renate Kossmann)

Silke Meyer ist Kulturwissenschaftlerin und Universitätsprofessorin für Europäische Ethnologie am Institut für
Geschichtswissenschaften & Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck. Forschungsinteressen: Ökonomische Anthropologie und Schuldenforschung, Remittances, Geld als soziale und kulturelle Praxis. Sie spricht unter der Überschrift:
“Der flexible Mensch scheitert nicht, sondern steht wieder auf. Scheitern wird damit entweder zum verzögerten Erfolg oder zu einem Tabu der Moderne. Im Vortrag wird Scheitern kulturwissenschaftlich und historisch beleuchtet und mit Konzepten von Handlungsmacht in Beziehung gesetzt. Daran schließt sich die Frage an, welche unterschiedlichen Verhaltensnormen, Sprachbilder und Diskurse für scheiternde Menschen bereit stehen. Wie sieht eine Kultur des Scheiterns aus?”


Gebhard Oberlechner ist Philosophischer Praktiker und Musiker. Er präsentiert ein Wahrnehmungsexperiment mit dem Vorsatz:
"Spielerisch experimentell liebäugelt Gebhard Oberlechner in audio-visueller Ausgefallenheit an der Thematik des Scheiterns. Geheimnisvoll, magische Sphären wirken ansteckend, verflüchtigen sich faszinierend und bedrückend bis sie beängstigend und zugleich erlösend an der Grenze von Musik und Geräusch zerschellen."

belit sağ ist Videokünstlerin und arbeitet gegenwärtig über Zensur in der Kunst.

David Payr ist Fotograf und stellt seine Arbeiten „Void“ aus:
"Im Trial- & Errorverfahren interveniert David Payr in die textbasierte Dateistruktur der Fotografien. „Void“ bezieht sich folglich auf das Löschen oder Ändern des Quellcodes. Hierbei entstehen „Lücken“ oder „Leerstellen. Das gezielte Intervenieren bringt den Bildinhalt zum Verschwinden. Die Fotografien werden für die eigentliche Bestimmung unwirksam und es kommt zu einem Bild abseits von Realität und Abbild.

Monomono performanen Scheitern (Kopfhörerkonzert):

"Monomono ist nicht einfach nur Fakestereo. Es ist genauso gut 1 Metamono. Ein schick ungeschicktes gemeinsames Hinfallen. Schick & ungeschickt. Es genügt nicht mehr, geschickt zu sein, denn längst ist Geschicklichkeit Schickung geworden. daher schickt sich kein Schicksal mehr, es sei denn im seinsgeschicklichen Zusammenhang. ("unterm Radar" MC, 2016; "heartofnoisette" MiniSD/choco, 2016; "monohole" heavy dubplate EP, 2017 - monomono.klingt.org)"



Moderiert von Sonja Dörfel




 


gefördert von

In Kooperation mit Künstlerhaus Büchsenhausen und Brennpunkt Coffee.





 

16.11.2017 #diskursiv: Die visuelle Sprache rechter Bewegungen

Wei Sraum Innsbruck: Andreas Koop

Politische Bewegungen erkennt man nicht nur an ihren Inhalten, sondern auch an ihrer visuellen Sprache. So auch bei rechter Politik. Am 16. November fand daher eine Veranstaltung in Kooperation mit Wei sraum (Designforum Tirol) und WuV (Wissenschaft und Verantwortung) statt. Beginn 19:00 Uhr im Forum von Wei sraum in der Andreas-Hofer-Straße 27.

Diese bedient sich jedoch zunehmend einer popkulturelle visuelle Sprache und einer Symbolik, die ursprünglich linksgerichteten Bewegungen zugeordnet wurde. Auch rechtsextreme Organisationen sind nicht mehr so einfach an der klassischen Nazisymbolik zu erkennen. Doch wie sieht das „CI“ dieser Bewegungen heute aus? Welcher Mitteln bedient es sich? Der Grafikdesigner Andreas Koop fasste die Kernaussagen seines Buches „Das visuelle Erscheinungsbild der Nationalsozialisten“ zusammen und analysierte anschließend, wie sich rechte Bewegungen heute visuell präsentieren. Anschließend Diskussion mit WissenschaftlerInnen, GestalterInnen und Interessierten.

Diese Veranstaltung fand Kooperation mit Wissenschaft und Verantwortung und Wei sraum Designforum Tirol statt.

Siehe auch: https://weissraum.at/

Rechte Visual Identity
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