20.5.2015 #diskursiv: Expeditionen ins afrikanische Österreich

Die Bäckerei: Der Historiker Walter Sauer stellte sein neuestes Buch vor: Expeditionen ins afrikanische Österreich - Ein Reisekaleidoskop

Walter Sauer, lehrt am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien und ist Vorsitzender des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika. Sein besonderes Anliegen ist die kritische Aufarbeitung von Österreichs Involvierung in Kolonialismus und Apartheid.

Seit der Antike hat es immer wieder eine Auseinandersetzung der österreichischen Bevölkerung mit dem afrikanischen Kontinent, seiner Geschichte, seinen Reichtümern und, nicht zuletzt, seinen Menschen gegeben. Diese Diskurse fanden allerdings auf sehr unterschiedlichen theoretischen Niveaus und über lange Zeiträume hinweg eher indirekt als direkt statt.

Anhand von Architektur und bildender Kunst, Denkmälern und Straßen¬namen, in Museen und Afro-Lokalen ist diese Auseinandersetzung ablesbar. „Expeditionen ins afrikanische Österreich“ ist als ein Reiseführer konzipiert, der zu über 500 afrikarelevanten (Gedenk-) Orten im ganzen Bundesgebiet führt.

Der überregionale Vergleich sowie die kulturhistorische Analyse von afrikarelevanten Stätten in Österreich ergibt ein differenzierteres, chronologisch wie soziologisch breit gefächertes Bild: Die Sichtweise des jeweils „Anderen" und im Besonderen die Interpretation der (häufig indirekten) Begegnung mit Afrika war von den verschiedensten ökonomischen, politischen, sozialen oder kulturellen Faktoren bestimmt. Nicht immer war das europäische Bild von Afrika negativ bzw. dominierten diskriminierende und rassistische Elemente – ganz im Gegenteil. Vielmehr verlief die Entwicklung der Sichtweise Afrikas „vom Paradies zum Krisenkontinent“: Die Herausbildung eines Negativklischees bzw. die Akzeptanz von kulturell oder biologisch argumentierenden Rassentheorien erfolgte parallel zur Entstehung und Durchsetzung des europäischen Kolonialismus. Sobald Europa die ideelle Abwertung Afrikas und seiner Bewohner/innen zur Legitimierung seines Herrschafts- und Eroberungsanspruchs brauchte, wurde das Image Afrikas negativ. Umgekehrt gaben Dekolonisation und Emanzipation Afrikas zumindest in politisch engagierten Kreisen Anlaß zu positiven, von Parteinahme und Solidarität geprägten Afrikabildern. Diese allerdings finden sich im öffentlichen Raum Österreichs nur in Ausnahmefällen verankert.

                

Siehe auch: www. mandelbaum.at

Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit Südwind statt: 

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16.4.2015 #diskursiv: Österreichische Medien – Zwischen Rassismus und Diversity

Die Bäckerei: Das Kulturkollektiv Contrapunkt beschäftigte sich in einem mehrteiligen Reihe von #diskursiv mit dem Thema Postkoloniale Kontinuität, schwarze Geschichte und Diaspora in Österreich bis hin zur Repräsentation von Migrant_innen, sowie schwarzen Menschen in einer weißen Vorstellungswelt. Dafür kam der Journalist Simon Inou nach Innsbruck.

Simon Inou wurde vom Magazin für Popkultur THE GAP als einer der 100 unter 40-Jährigen Hoffnungsträger Österreichs ausgewählt. Er gilt als "Entwicklungshelfer gegen die Engstirnigkeit der Eingeborenen.

An diesem Abend wir Simon Inou über Österreichische Medien und die Repräsentation sowie Darstellung von Migrant_innen darin sprechen. In ganz Österreich haben 17,8 Prozent der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund. In den österreichischen Mainstream Medien (ORF inkludiert) sind es nur 0,49%.Nichtsdestotrotz organisieren sich ÖsterreicherInnen mit Migrationshintergrund selbst und gründen ihre eigene Medien, deren Zahl in den letzten 10 Jahren sich vervielfacht hat.Wie tragen diese Medien dazu bei, dass die Berichterstattung jenseits von Kriminalität passiert und welche Zukunft gibt es für die Vielfalt in der österreichischen Medienlandschaft?

Ein Vortrag von simon INOU, Gründer von M-MEDIA. Diese Institutionen beschäftigt sich seit 2005 mit dem Thema von Vielfalt in der österreichischen Medienlandschaft.

Simon Inou hat in Douala Soziologie und in Wien Publizistik studiert. 1992 bis 1995 war er Mitbegründer und Redakteur von "Le Messager des Jeunes" der ersten Jugendzeitung Kameruns. Simon Inou war von 1998 bis 2005 Chefredakteur von Radio Afrika International. Von 2000 bis 2005 gestaltete und koordinierte er die Beilage “Tribüne Afrikas Print” und später die Seite “Tribüne der Welt” der Wiener Zeitung, die Zeitung der Republik Österreich. Simon Inou ist außerdem Mitbegründer und Chefredakteur von Afrikanet.info, dem ersten Informationsportal über Menschen afrikanischer Herkunft und ihre Diaspora im deutschsprachigen Raum. Simon Inou setzt sich gegen rassistische Berichterstattung und Diskriminierung in den Medien ein. Zusammen mit Béatrice Achaleke hat er die Kommunikationskampagne Blackaustria ins Leben gerufen. Simon INOU veranstalt seit 2008 das Diversity Media Week Austria und ist Herausgeber des österreichischen Medienhandbuchs Migration und Diversität genauso wie Herausgeber von fresh, Black Austrian Lifestyle Magazin.

Siehe auch:

www.afrikanet.info

www.blackaustria.at

M-Media - Diversity Media Watch Austria

 

Simon Inou (Foto: Daniel Jarosch)
Simon Inou (Foto: Daniel Jarosch)
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