#diskursiv: Österreichische Medien – Zwischen Rassismus und Diversity

16. April 2015/Die Bäckerei: Das Kulturkollektiv Contrapunkt beschäftigte sich in einem mehrteiligen Reihe von #diskursiv mit dem Thema Postkoloniale Kontinuität, schwarze Geschichte und Diaspora in Österreich bis hin zur Repräsentation von Migrant_innen, sowie schwarzen Menschen in einer weißen Vorstellungswelt. Dafür kam der Journalist Simon Inou nach Innsbruck.

Simon Inou wurde vom Magazin für Popkultur THE GAP als einer der 100 unter 40-Jährigen Hoffnungsträger Österreichs ausgewählt. Er gilt als "Entwicklungshelfer gegen die Engstirnigkeit der Eingeborenen.

An diesem Abend wir Simon Inou über Österreichische Medien und die Repräsentation sowie Darstellung von Migrant_innen darin sprechen. In ganz Österreich haben 17,8 Prozent der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund. In den österreichischen Mainstream Medien (ORF inkludiert) sind es nur 0,49%.Nichtsdestotrotz organisieren sich ÖsterreicherInnen mit Migrationshintergrund selbst und gründen ihre eigene Medien, deren Zahl in den letzten 10 Jahren sich vervielfacht hat.Wie tragen diese Medien dazu bei, dass die Berichterstattung jenseits von Kriminalität passiert und welche Zukunft gibt es für die Vielfalt in der österreichischen Medienlandschaft?

Ein Vortrag von simon INOU, Gründer von M-MEDIA. Diese Institutionen beschäftigt sich seit 2005 mit dem Thema von Vielfalt in der österreichischen Medienlandschaft.

Simon Inou hat in Douala Soziologie und in Wien Publizistik studiert. 1992 bis 1995 war er Mitbegründer und Redakteur von "Le Messager des Jeunes" der ersten Jugendzeitung Kameruns. Simon Inou war von 1998 bis 2005 Chefredakteur von Radio Afrika International. Von 2000 bis 2005 gestaltete und koordinierte er die Beilage “Tribüne Afrikas Print” und später die Seite “Tribüne der Welt” der Wiener Zeitung, die Zeitung der Republik Österreich. Simon Inou ist außerdem Mitbegründer und Chefredakteur von Afrikanet.info, dem ersten Informationsportal über Menschen afrikanischer Herkunft und ihre Diaspora im deutschsprachigen Raum. Simon Inou setzt sich gegen rassistische Berichterstattung und Diskriminierung in den Medien ein. Zusammen mit Béatrice Achaleke hat er die Kommunikationskampagne Blackaustria ins Leben gerufen. Simon INOU veranstalt seit 2008 das Diversity Media Week Austria und ist Herausgeber des österreichischen Medienhandbuchs Migration und Diversität genauso wie Herausgeber von fresh, Black Austrian Lifestyle Magazin.

Siehe auch:

www.afrikanet.info

www.blackaustria.at

M-Media - Diversity Media Watch Austria

 

Simon Inou (Foto: Daniel Jarosch)
Simon Inou (Foto: Daniel Jarosch)
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#diskursiv: Bitter Orange

28.1.2015/Bäckerei: Gilles Reckinger war am 28.1. 2015 in der Bäckerei. Diesmal erzählte er von seinen neuesten Untersuchungen zu den Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter_innen in Kalabrien, auf den Orangenplantagen.

Von November bis Februar ist die Haupterntezeit für die Orangen und Clementinen in der Ebene um Rosarno in Kalabrien – Hochsaison für die afrikanischen Erntearbeiter, die zumeist als Bootsflüchtlinge über die Insel Lampedusa nach Europa kamen. Die Bauern zahlen schlecht und legale Arbeitsverträge gibt es kaum. Auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, können die Arbeiter an einem 12-Stundentag kaum mehr als 20 Euro verdienen. Die meisten finden nicht jeden Tag Arbeit, denn die Konkurrenz ist groß. Sie müssen in Notunterkünften am Rande der Stadt leben, an deren Rändern sich Slums aus plastikverstärkten Kartonbehausungen ausbreiten.

Gemeinsam mit der Fotografin Carole Reckinger forschen die Anthropologen Dr. Diana Reiners und Prof. Dr. Gilles Reckinger in Rosarno, um die Lebensbedingungen der Migranten verstehen zu lernen und ihre sklavenähnlichen Arbeitsverhältnisse in den öffentlichen Blick zu rücken. Dabei eröffnen sich sensible Zeugnisse einer Lebenswelt, die von extremer Armut und sozialer Ausgrenzung, aber auch von gegenseitiger Unterstützung und Zusammenhalt geprägt ist.

Siehe auch: www.bitter-oranges.com

Bitter Oranges

(Foto: Carole Reckinger)

 

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