#diskursiv: Es ist Zeit der Geschichte selbst eine Gestalt zu geben

30. Juni/p.m.k.: Wir begrüßten in der p.m.k. Araba Evelyn Johnston-Arthur.

Araba Evelyn Johnston-Arthur ist Aktivistin, Theorie-, Community- und Kulturarbeiterin und Mitbegründerin von Pamoja - Bewegung der jungen afrikanischen Diaspora in Österreich" und der "Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischen Geschichte und Gegenwart".

Sie lehrt an der Universität Wien und derzeit in der Howard University in Washington DC. Sie arbeitet transdisziplinaer an ihrer Dissertation zu insitutionalisierten Rassismus und Widerstand in der afrikanischen Diaspora in Österreich und wird in der pmk über Strategien der Dekolonisierung und Ermächtigung in der Afrikanischen Diaspora in Österreich vortragen.

Eingebettet in die Arbeiten der Recherchegruppe der Schwarzen österreichischen Geschichte und Gegenwart beschäftigt sie sich auch mit Schwarzen emanzipatorischen Gegengeschichtsschreibungen und Bildpolitiken in Österreich.

  "Schwarz ist eine politische Identität!" Araba Evelyn Johnston-Arthur

Es ist Zeit der Geschichte eine Gestalt zu geben

Diese Veranstaltung wurde untersützt von:

#diskursiv: Expeditionen ins afrikanische Österreich

20. Mai/Die Bäckerei: Der Historiker Walter Sauer stellte sein neuestes Buch vor: Expeditionen ins afrikanische Österreich - Ein Reisekaleidoskop

Walter Sauer, lehrt am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien und ist Vorsitzender des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika. Sein besonderes Anliegen ist die kritische Aufarbeitung von Österreichs Involvierung in Kolonialismus und Apartheid.

Seit der Antike hat es immer wieder eine Auseinandersetzung der österreichischen Bevölkerung mit dem afrikanischen Kontinent, seiner Geschichte, seinen Reichtümern und, nicht zuletzt, seinen Menschen gegeben. Diese Diskurse fanden allerdings auf sehr unterschiedlichen theoretischen Niveaus und über lange Zeiträume hinweg eher indirekt als direkt statt.

Anhand von Architektur und bildender Kunst, Denkmälern und Straßen¬namen, in Museen und Afro-Lokalen ist diese Auseinandersetzung ablesbar. „Expeditionen ins afrikanische Österreich“ ist als ein Reiseführer konzipiert, der zu über 500 afrikarelevanten (Gedenk-) Orten im ganzen Bundesgebiet führt.

Der überregionale Vergleich sowie die kulturhistorische Analyse von afrikarelevanten Stätten in Österreich ergibt ein differenzierteres, chronologisch wie soziologisch breit gefächertes Bild: Die Sichtweise des jeweils „Anderen" und im Besonderen die Interpretation der (häufig indirekten) Begegnung mit Afrika war von den verschiedensten ökonomischen, politischen, sozialen oder kulturellen Faktoren bestimmt. Nicht immer war das europäische Bild von Afrika negativ bzw. dominierten diskriminierende und rassistische Elemente – ganz im Gegenteil. Vielmehr verlief die Entwicklung der Sichtweise Afrikas „vom Paradies zum Krisenkontinent“: Die Herausbildung eines Negativklischees bzw. die Akzeptanz von kulturell oder biologisch argumentierenden Rassentheorien erfolgte parallel zur Entstehung und Durchsetzung des europäischen Kolonialismus. Sobald Europa die ideelle Abwertung Afrikas und seiner Bewohner/innen zur Legitimierung seines Herrschafts- und Eroberungsanspruchs brauchte, wurde das Image Afrikas negativ. Umgekehrt gaben Dekolonisation und Emanzipation Afrikas zumindest in politisch engagierten Kreisen Anlaß zu positiven, von Parteinahme und Solidarität geprägten Afrikabildern. Diese allerdings finden sich im öffentlichen Raum Österreichs nur in Ausnahmefällen verankert.

                

Siehe auch: www. mandelbaum.at

Diese Veranstaltung fand in Kooperation mit Südwind statt: 

Diese Veranstaltung wurde untersützt von: