11.7.2014 #diskursiv: Buchvorstellung: Die Identitären

Cafe Decentral: Die Autor_innen des Buches "Die Identitären - Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa" stellten ihr Gemeinschaftswerk vor.

Die Identitären

Die Identitäre Bewegung lässt sich als Jugendbewegung der so genannten Neuen Rechten verstehen, die sich in den sechziger Jahren in Frankreich begründete und in den siebziger Jahren nach Deutschland gelangte. Die Neue Rechte ist eine modernisierte und sich intellektuell gebende Form des Rechtsextremismus, die sich von der Alten Rechten abgrenzt, welche sich offen zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus bekennt. In einem Vortrag wollen wir Chronologie, Referenzen, Ideologie und Aktivist_innen vorstellen, um im Anschluss daran offene Fragen zu klären und Gegenstrategien diskutieren zu können.

Eine Zusammenfassung der Veranstaltung auf Freirad gibt es von Bianca Ludewig. Hier zum Nachhören:

Wiseup Radioshow

 

 

26.5.2014 #diskursiv: Die kritische Sporttheorie der Neuen Linken – Reminiszenz und Kritik

Die Bäckerei: Stefan Hebenstreit warf einen kritischen Blick auf die Fußball WM.

"Die Tore auf dem Fußballfeld sind die Eigentore der Beherrschten."

Dieser Satz entstammt dem Buch "Fußballsport als Ideologie" des Sozialpsychologen Gerhard Vinnai, das den beliebten Mannschaftssport mit dem Lederball als Verdopplung der Arbeitswelt und als Mittel zur Ersatzbefriedigung entlarvte. Es war eines von mehreren sportkritischen Schriften, die vor vier Jahrzehnten im Gefolge der Studentenbewegung entstanden und größtenteils auf neomarxistischen Fundamenten basierten.
Anlass für die Einbeziehung des Teilbereichs Sport in die grundsätzliche Gesellschaftskritik der Neuen Linken bildeten vor allem die Olympischen Spiele 1972 in München und die Fußballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland. Ähnlich streitbare Thesen sucht man im Vorfeld der WM 2014 nahezu vergeblich. Die Sportsoziologie scheint gegenwärtig ohne umfassende gesellschaftstheoretische Reflexionen auszukommen. Oder sie geht darin auf, die "soft facts" hinsichtlich der Umwegrentabilität von Sportevents zu erforschen.

Der Sozialwissenschaftler Stefan Hebenstreit, beruflich unter anderem als Standortleiter im Rahmen des deutschlandweiten Netzwerkes "Lernort Stadion" in der in der sportbezogenen Politischen Bildung tätig, erinnerte in seinem Vortrag an die wichtigsten Thesen der kritischen Sporttheorie, die von Seiten der bürgerlichen Sportwissenschaft diskreditiert oder gar vollends ignoriert wurde, versuchte im nächsten Schritt aber auch, dieser Rehabilitation eine 'Kritik der Kritik' mit auf den Weg zu geben - knapp drei Wochen vor dem massenmedialen Fußballreigen war dieser Vortrag sicherlich ein aufschlussreicher Perspektivenwechsel.